Jeder Mensch auf diese Erdkugel hat Ängste. Sei es vor Tieren, Entscheidungen, Gegenständen oder sonst was… ich habe mir mal darüber Gedanken gemacht.
Habe ich Angst? Wenn ja, vor was? Kann ich was gegen diese Angst machen? Warum habe ich davor Angst?
Klar gibt es Dinge wo ich sage, dass möchte ich nicht erleben, weil es nicht schön ist aber Angst davor habe ich nicht. Solche Situationen sind für mich eine Hürde oder Aufgabe, die mir das Leben stellt. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich eine Angst habe und gegen diese kann ich nichts tun. Ich weiss, dass es nicht gut ist wenn ich Schwächen von mir preisgebe aber so bin ich halt.
Ich habe eine riesige Angst davor vergessen zu werden. Ich meine nicht zu Lebzeiten sondern im Tod oder Ewigkeit. Ausserdem habe ich Angst in der “Ewigkeit” alleine zu sein.
Wie komme ich auf diese Angst?
Ganz einfach, beim Friedhofsbesuch fällt mir immer wieder etwas auf. Es gibt dort Gräber, die einfach verwildert und ungepflegt sind. Ich kann es einfach nicht verstehen, dass diese Gräber nicht gepflegt werden. Klar, gibt es vielleicht keine Nachkommen oder diese haben keine Freunde etc. Nun ist meine Angst da, dass mein Grab irgendwann auch so verwildert, weil ich einfach vergessen bin oder wurde. Natürlich gehört zu dieser Angst auch, dass ich alleine die Ewigkeit beschreiten werde. Gut ganz alleine werde ich nicht sein, denn meine Omi und Opi sind ja da und andere Weggefährten aber werden meine menschlichen Überreste irgendwann alleine sein?
Klar weiss ich, dass ich einen Partner habe und dieser mir meine Angst nehmen will aber eine Garantie habe ich nicht. Jetzt kann auch jeder sagen:” Nadinechen, du gibst deinen Partner zwar auch das Versprechen aber ist es eine Garantie?” Darauf kann ich nur sagen, ich gebe darauf eine Garantie!!! Denn wenn ich was in dieser Richtung sage, dann bleibt es auch dabei!
Ich bin ein Mensch, der sich seine Ziele gesetzt hat und diese auch erreichen will, denn sonst würde ich mir keine Ziele setzen.
Leider kann ich aber gegen meiner grössten Angst nichts tun, denn das liegt nicht in meiner Hand! Ich kann nur hoffen, dass ich mich auf alle meine Lieben verlassen kann und diese mir meine grosse Angst nehmen bzw. dass ich wenn ich auf meiner Wolke sitze und sehe, dass ich nicht vergessen werde!

ist doch ganz normal das menschen angst haben.
menschen die dich lieben vergessen dich nicht,
aber ich wollte nicht das meine hinterblibenden viele jahre auf den friedhof gehen müssen, um mein grab zu flegen und sich verpflichtet fühlen es für andere schön zu halten.
angst – da – um sich darueber hinweg zu setzen… oder sich mit den dingen beschaeftigen, die einem angst machen, das ist der erste weg, sie zu bekaempfen…
ich war mir immer sicher als ich so um die 18 war, dass ich mit 18 sterben wuerde und von aehnlichen gedanken “geplagt” – so habe ich irgendwann begonnen aufzuschreiben, wie ich mir meine beerdignug vorstelle und wie ich mir mein grab vorstelle (mit rotem mohn bepflanzt) – nur fuer den fall des falles. nein, ich hatte keine selbstmordgedanken – keine angst – aber war mir sicher, das ich niemals 32 werde… bin ich nun aber doch! wow! und lebe – mit anderen aengsten, die es heisst, irgendwie zu verarbeiten und mich drueber weg zu setzen
“when i was young, i always thought i would die young, thus far i outlived my own expectations” (von mir)
ps: auf dem friedhof leben die wenigsten seelen – sie leben weiter in unseren herzen und erinnerungen. *hug*
Wenn man von den Würmern zerfressen ist, macht man sich wahrscheinlich keine Gedanken mehr darüber, wie das Grab aussieht oder wer noch an einen denkt
Ich glaube ein Leben ohn Ängste wäre kein gutes Leben. Zu viel davon kann das Leben natürlich auch zur Hölle machen. Was nach dem Tot passiert, eine Frage die wohl für jeden anders zu betrachten ist.
Hallo Nadine,
für meine Mutter ist Grabpflege eine ungeliebte anstrengende Arbeit (sie hat Probleme mit ihre Wirbelsäule). Sie meint: In 2 Jahren läuft die Grabmiete aus; dann haben wir das endlich hinter uns. Sie will in ein halbanonymes Urnengrab, damit meine Schwester und ich keine Last mehr mit ihr haben. Selbstverständlich respektiere ich ihren Bestattungswunsch. Einverstanden bin ich damit aber nicht, und auch nicht mit ihrer Art, wie sie darüber denkt. Wir haben uns schon oft deswegen gestritten. Meine Schwester und ich sind uns jedenfalls darüber einig, dass wir das Familiengrab behalten werden.
Warum? Abgesehen von meinen Urgroßeltern, und meinem Großvater, die ich nur vage aus Erzählungen meiner Großmutter kenne, kannte ich alle die dort bestattet wurden. Mein Vater hat sein Leben lang das Grab in Ordnung gehalten; und er hat das gerne getan. Für mich ist das Familiengrab ein Ort der Besinnung. Wenn ich dort bin, erinnere ich mich an die Menschen die dort begraben sind. Die “Arbeit” ist dann nebensächlich.
Ich denke, dass die Menschen, die wir gekannt haben, in unseren Gedanken weiterleben;vielleicht auch noch in denen unserer Kinder. Manchmal erzähle ich meinen Kindern “von früher”. Die Weitergabe solcher Anekdoten an meine Nachkommen ist so etwas wie eine Facette der Unsterblichkeit, obwohl “diese Art” Unsterblichkeit natürlich nicht bis in die Ewigkeit währt. Ängste, wie du sie beschreibst bringe ich damit aber nicht in Verbindung. ich weiß, dass die Lebenden in einigen Generationen irgendwann gedanklich keine Verbindung mehr zu mir haben werden. Aber solange meine Kinder und deren Kinder wieder Kinder haben werden, solange wird (rein bilogisch betrachtet) auch immer ein Teil von mir lebendig sein, genauso, wie auch ich mein Leben meinen Vorfahren “bis zurück zum Begin der Zeit” verdanke.
In zwei Jahren, wenn meine Mutter “finanziell davon Abschied genommen hat”, werde ich die Bepflanzung unserer Grabstelle verändern, so dass sie etwas pflegeleichter wird (ich muss nämlich auch auf mein Kreuz achten).
So. Jetzt höre ich aber auf zu schreiben. Über diese Thema kann man nämlich gut solange philisophieren, dass es für ein ganzes Buch reicht; und das würde eindeutig den Rahmen eines Blog-Kommentars sprengen.
Gruß,
juwi
@ Yvonne: also ich bin nicht oft auf den Friedhof (weil ich die Ängste habe) aber wenn, dann helfe ich gerne beim pflegen. Ich weiss nämlich, dass meine Grosseltern Blumen geliebt haben und ich es später auch gerne tun werde!!!
@ Dani: ich gebe dir Recht, die Verstorbenen leben in den Herzen weiter.
@ Bernd: das wohl nicht aber die Verstorbene Nadini wird dann vom Himmel runterschauen und sehen was nun los ist!
@ Crosa: da gebe ich dir recht, dieses Thema ist sehr umfangreich.
@ Juwi: erstmal vielen Dank für dein Kommentar. Ich unterstreiche deine Meinung und werde genauso auch handeln wenn dieses Thema mal bei uns ansteht…